Wie finanziere ich meine Ausbildung?


Das liebe Geld

Ulrike Schweitzer, Leiterin der Schule für Diätassistenz am Ev. Krankenhaus Bielefeld, gibt Tipps zur Finanzierung der Ausbildung.

Eine Ausbildung, für die du nicht nur kein Geld bekommst, sondern auch noch Geld bezahlen musst? Das schreckt dich vielleicht ab. Du fragst dich: Wovon soll ich leben? Was, wenn ich keine Lust mehr habe, bei Mama und Papa wohnen zu bleiben? Und wie soll ich das Schulgeld aufbringen – etwa noch nebenbei arbeiten? Doch keine Sorge, es gibt Unterstützungsmöglichkeiten von verschiedenen Seiten, die auch gut kombinierbar sind - siehe links! Lass dir deinen Traumberuf nicht wegen des Geldes vermiesen!

Wovon soll ich leben?

Tipps von der Expertin

Ulrike Schweitzer leitet die Schule für Diätassistenz am Ev. Krankenhaus Bielefeld mit ihren 36 Ausbildungsplätzen. Sie kennt das Problem zwischen Daumen und Zeigefinger, denn auch die Ausbildung zum Diätassistenten kostet Geld. „Die Finanzen sind Thema in den Bewerbungsgesprächen“, sagt sie, „Wir helfen, wo es geht!“ Oft muss Schweitzer die Eltern beraten, die meist die Hauptgeldgeber in der Ausbildungszeit sind.

Die Bielefelder Schule geht bewusst offen mit dem Thema Geld um. Auf ihrer Internetseite sind alle Ausbildungskosten genau aufgelistet:


Ausbildungskosten am Beispiel der Diätassistenten am Ev. Krankenhaus Bielefeld:

  • monatlich 80 Euro Sachkostenbeteiligung (für Lebensmittel für die Kochkurse)
  • einmalig 380 Euro für Fachliteratur, Broschüren, Urkunden
  • ÖPNV-Fahrkarten zur Fachschule und den Praxisstellen
  • 155 Euro für Klassenfahrten, Exkursionen
  • 140 Euro für ein Nährwertberechnungssoftware im zweiten Ausbildungsjahr
  • Laptop


Dazu kommen die Lebenshaltungskosten. „Wir haben ein schlichtes Wohnheim, wo die Schüler für monatlich 75 bis 85 Euro wohnen können“, sagt sie, „Einige suchen sich auch eine Einzimmerwohnung oder ein WG-Zimmer.“ Monatlich werden dafür schätzungsweise zwischen 150 und 350 Euro fällig. Wer einen Nebenjob sucht, dem hilft die Schule auch. „Wir unterstützen, aber wir vermitteln nicht“, erklärt die Schulleiterin. Jobs gibt es zum Beispiel in dem großen Krankenhauskomplex, zu dem die Schule gehört. Gerade im Altenpflegebereich werden regelmäßig helfende Hände gebraucht. Schweitzer schätzt, dass ein Drittel ihrer 36 Schüler nebenbei jobben und genauso viele Schüler-BAföG bekommen. Sie hat Respekt vor den Jobbern. „Nebenher zu arbeiten ist ein Kraftakt, der nicht unterschätzt werden sollte“, sagt sie.

Fazit der Expertin: informieren, informieren, informieren ist angesagt. Was kostet die Ausbildung einschließlich aller Sonderausgaben? Wie viel Geld brauche ich zum Leben? Und wo kriege ich die monatliche Summe her? „Wer vorher genau rechnet und plant, dem passiert es nicht, dass er aus Geldnot die Ausbildung abbrechen muss“, so Schweitzer.

Auf einen Blick

  • Für manche Sozial- und Pflegeausbildungen bekommst du eine Ausbildungsvergütung. So verdient zum Beispiel der Altenpfleger bei der Diakonie je nach Ausbildungsjahr, Bundesland und Tarif zwischen 710 und 1100 Euro.
  • Bei anderen Sozial- und Pflegeausbildungen gibt es jedoch keine Ausbildungsvergütung, und noch dazu kosten sie in den ersten beiden Jahren ein Schulgeld. Erst im dritten Jahr, im Praxisjahr, gibt es dann eine Praktikumsvergütung. Erzieher, Heilerziehungspfleger und Ergotherapeut gehören zu diesen so genannten schulischen Ausbildungen.

UNTERSTÜTZUNGSMÖGLICHKEITEN

 

das rückzahlungsfreie Schüler-BAföG für Schüler weiterführender Bildungsstätten

den befristeten, zinsgünstigen Bildungskredit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)

Schülerstipendien

Berufsausbildungsbeihilfe von der Arbeitsagentur

Wohngeld

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