Sozialassistent/in


Robin, Paula, Pia und Sandy  

„Man muss nicht einen bestimmten Weg gehen.“

Wir lernen an den Lazarus-Schulen in Berlin.

Sozialassistent/in

Sozialassistent wird man nicht, um Sozialassistent zu sein. Du kannst zwar in einigen Bundesländern (z.B. Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Brandenburg) als fertiger Sozialassistent einen Job als Hilfskraft in einer Kita oder Pflegeeinrichtung bekommen. Aber eigentlich ist es eine Basisausbildung, die du als Voraussetzung brauchst, um zum Beispiel Erzieher oder Heilerziehungspfleger zu werden.

Für die Ausbildung zum Sozialassistenten interessieren sich immer mehr junge Männer - so wie Carsten (22)

Und jetzt kommt Carsten ins Spiel: Seit seinem Freiwilligen Sozialen Jahr in einem Kindergarten weiß er, dass er Erzieher werden will: "Ich habe einfach einen guten Draht zu Kindern!" In Thüringen muss er dazu vorher einen Abschluss als Sozialassistent machen, und das tut er nun am Diakonischen Bildungsinstitut Johannes Falk in Eisenach. Im Moment ist der 22-Jährige auf Praxisstation in einer Kita. Vom Frühstück bis zum Nachmittag auf dem Spielplatz betreut er seine Gruppe, tröstet Kinder, übt mit ihnen Spiele ein.


Zur Ausbildung gehören Praktika in verschiedenen Arbeitsfeldern:

  • Altenpflege
  • Heilerziehungspflege
  • Erziehung
  • Hauswirtschaft

Mädels stehen auf Jungs in sozialen Berufen

"Es ist schön, wenn die Kinder morgens auf dich zulaufen und sich freuen!", schwärmt Carsten, "Wenn sie dich dann anlachen oder umarmen, bist du sofort motiviert!" Seine Fußballkumpels albern zwar manchmal: "Na, haste mal wieder Windeln gewechselt?", aber da steht Carsten drüber. Denn die Frauen in seinem Alter fahren voll drauf ab, dass er mit kleinen Kindern arbeitet und ermutigen ihn, den langen Weg zum Erzieher durchzuziehen.

Schwierig findet Carsten nur, wenn die Eltern seiner Schützlinge so ganz anders über Erziehung denken als er: "Manche meinen, ihr Kind darf sich nicht dreckig machen." Carsten bekommt auch mit, wenn Kinder zu Hause unglücklich sind: "Ich hatte mal einen Jungen in der Gruppe, der bei Pflegeeltern lebte, weil seine leiblichen Eltern alkoholabhängig waren. Irgendwann nahm er meine Hand und fragte: ‚Willst du nicht mein Papi sein?‘" Ganz schön hart! Carsten konnte nicht wirklich helfen, aber versuchen, das Kind aufzufangen und ihm Mut zu machen.

"Wenn man nach dem Realschulabschluss das unbestimmte Gefühl hat, ich will was mit Menschen machen, dann hilft die Sozialassistentenausbildung, sich zu orientieren", sagt Maike Bolduan vom Diakonischen Bildungsinstitut Falk. Viele fertige Sozialassistenten machen anschließend ihre Wunschausbildung wie Erzieher oder Heilerziehungspfleger in gleich derselben Einrichtung.

Im Bildungsinstitut Falk sind übrigens 25 Prozent der Azubis männlich. "Ich find das gut, denn die Kinder brauchen auch mal `nen Mann als Bezugsperson", meint Carsten. Er hat beobachtet, dass manche Kinder mehr auf ihn zukommen als auf die Erzieherinnen. Vielleicht, weil sie ohne Vater aufwachsen. "Vielleicht auch, weil ich eine sehr einfühlsame Seite habe, und die Kinder das spüren."

Auf einen Blick

  • Voraussetzung: unterschiedlich je nach Bundesland, teils Hauptschulabschluss, teils mittlerer Bildungsabschluss
  • je nach Bundesland heißen Sozialassistenten auch Sozialhelfer oder Sozialpädagogischer Assistent

Das gibt’s bei der Diakonie

Schulische Ausbildung:

keine Vergütung

 

Berufseinsteiger:

1.780 bis 2.050 Euro


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