Kaufmann/Kauffrau im Gesundheitswesen


Kaufmann/Kauffrau im Gesundheitswesen

Katharina, 25, sitzt am Schreibtisch, neben ihr ein Stapel mit Rechnungen über Krankenhausleistungen, die sie gerade bearbeitet. Daneben steht ein dicker Wälzer zu medizinischen Fachbegriffen und Krankheiten. Als angehende Kauffrau im Gesundheitswesen lernt Katharina nämlich in den von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel nicht nur die klassischen kaufmännischen Tätigkeiten, sondern auch die Besonderheiten des Sozial- und Gesundheitswesens kennen!

Katharina (25): Ich wusste vorher gar nicht, dass es so was gibt!

Ein Tipp aus der Verwandtschaft hat die 25-Jähriege auf diese Ausbildung aufmerksam gemacht, als sie erzählte, dass sie mit ihrem zunächst begonnenen Studium auf Grundschullehramt nicht so glücklich sei.  „Ich wusste vorher gar nicht, dass es so was gibt“, sagt sie. Kein Wunder, die Ausbildung ist nämlich noch recht neu – und daher auch noch nicht so bekannt.

Katharina lernt beispielsweise in „Gesundheitserziehung“, was sich hinter medizinischen Fachbegriffen wie Blinddarm- oder Magenschleimhautentzündung verbirgt, oder sie büffelt das Herz-Kreislauf-System. Im Fach „Abrechnung und Steuerung“ geht es darum, wie Krankenhäuser und Altenpflegeheime aufgebaut sind, wie die ambulanten und stationären Leistungen abgerechnet werden. Die Praktika während der dreijährigen Berufsschulausbildung finden nicht nur in der Personalabteilung oder im Controlling statt, sondern auch in der Pflege.

Keine Angst vor Zahlen

„Bei der Auswahl der Bewerber achten wir zunächst auf gute Schulnoten. Voraussetzung ist bei uns Fachhochschulreife oder Abitur“, erklärt Yvonne Spiertz, Katharinas Ausbildungsleiterin in Bethel. Stimmen müssen aber auch Motivation und Einstellung: „Viel Wert legen wir auf soziales Engagement, Flexibilität und Mobilität unserer Azubis.“ Wichtig ist, dass du aufgeschlossen bist und gerne im Team arbeitest.  „Außerdem sollte man keine Angst vor Zahlen haben und grundsätzlich an medizinischen Themen interessiert sein“, ergänzt Katharina. Aber keine Bange: „Mathe ist in der Berufsschule viel spannender als Schulmathe!“

Der Beruf Gesundheitskaufmann/-frau ist ideal für dich, wenn du Spaß an Gesundheitsthemen und am Umgang mit Menschen hast, gerne im Büro arbeitest und dich für wirtschaftliche Zusammenhänge interessierst. „Wie viel Kontakt man zu Patienten hat und wie viel Zeit man am Schreibtisch verbringt, hängt auch vom jeweiligen Arbeitsplatz ab“, erklärt Katharina. „In der Personalabteilung war ich viel im Haus unterwegs, habe zum Beispiel Unterschriften für Verträge eingeholt, und viel telefoniert“, sagt sie. Das hat ihr so gut gefallen, dass sie sich vorstellen kann, später in diesen Bereich zu gehen. Derzeit schnuppert sie in das Patienten- und Erlösmanagement hinein – rechnet also vorwiegend medizinische Leistungen ab. „Das ist nicht ganz so mein Fall“, gibt Katharina ehrlich zu.

Einige Mitschüler machen ihre Ausbildung in Arztpraxen oder Pflegeheimen – da haben sie wiederum mit vielen Menschen zu tun. Genau in dieser Vielfalt an möglichen Arbeitsplätzen sieht Yvonne Spiertz große Vorteile: „Kaufleute im Gesundheitswesen sind universell einsetzbar und haben daher gute berufliche Chancen.“ Katharina möchte allerdings nach ihrer Ausbildung vielleicht doch noch einen zweiten Versuch an der Hochschule wagen und Gesundheitsmanagement oder Religionspädagogik studieren.

Auf einen Blick

  • Diese relativ neue Ausbildungsform (manchmal auch „Gesundheitskaufmann/-frau“ genannt) verbindet kaufmännische und soziale Tätigkeiten
  • Voraussetzung: unterschiedlich je nach Einrichtung, 2012 hatten 58% der Ausbildungsanfänger Abitur, 34% einen mittleren Schulabschluss, 6% einen Hauptschulabschluss
  • Kaufleute im Gesundheitswesen arbeiten in Krankenhausverwaltungen, Diakoniestationen und ambulanten Pflegediensten
  • Kaufmännische Ausbildungsinhalte: Betriebswirtschaft, Abrechnungsmanagement, Buchhaltung, Personalwesen, Controlling, Finanzmanagement

Das gibt’s bei der Diakonie

unterschiedlich je nach Tarif, Ausbildungsjahr und Bundesland

 

Beispiel: Auszubildende/r in den von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel:

760 bis 860 Euro

 

Beispiel: Berufseinsteiger/in in den von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel:

2.320 bis 2.560 Euro

 


 

Mehr

 

Infos der Bundesagentur für Arbeit

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