Freiwilligendienst für Hauptschüler


Ann Sophie (21)

"Ihr könnt nur gewinnen!"

Ihre Praxiseinsätze macht Ann Sophie bei der Bruderhaus Diakonie. Hier geht es zur Textversion des Videos.

Freiwilligendienst für Hauptschüler

„Seit ich 16 bin ist Heilerziehungspflegerin mein Traumberuf!“, schwärmt Silvia. „Das kam daher, dass ich oft mit einem befreundeten Taxifahrer mitgefahren bin, der Kinder mit Behinderung zu ihren Arztterminen brachte. Ich hab mich dann hinten zu den Kindern reingesetzt und geguckt, dass sie während der Fahrt ruhig blieben.“

Silvia Mellert (21) hat einen Weg gefunden, um mit ihrem Hauptschulabschluss in die sozialen Berufe einzusteigen.

Das Problem an der Sache: Silvia hatte nur einen 9-jährigen Hauptschulabschluss mit nicht allzu guten Noten. Für die Heilerziehungspflege-Ausbildung (HEP) braucht man aber 10 Schuljahre und muss bei der Bewerbung mit dem Zeugnis punkten. Die Rettung für Silvias Traum: Das FSJplus des Diakonischen Werks Württemberg – zwei Jahre praktischer Freiwilligendienst und Schulunterricht im Wechsel. Am Ende hat Silvia den Realschulabschluss und erfüllt damit die Voraussetzungen für die HEP-Ausbildung. Und dass sie schon zwei Jahre praktische Erfahrungen in dem Arbeitsfeld gesammelt hat, kommt bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz natürlich super an! Ähnliche Angebote in anderen Bundesländern findest du in der linken Spalte.

Der "Wow-Effekt" in der Behindertenhilfe

Ihren Freiwilligendienst macht Silvia jetzt also in einer Wohngemeinschaft für Menschen mit Behinderung: in der Haslachsmühle, die zu den Zieglerschen gehört. Das heißt, sie  unterstützt die Bewohner im Alltag – vom Frühstück bis zum Ostereier-Basteln, vom Mittagessen bis zum Ausflug nach Ravensburg.

Das tollste Erlebnis hatte sie mit einem 30jährigen Mann, der wegen einer psychischen Beeinträchtigung aggressiv war. Silvia erzählt: „Er mochte keine Menschen und keine Nähe. Manchmal hat er geschrien, wenn ich ihn anfassen musste, um ihm bei irgendwas zu helfen. Ich habe oft gedacht: Was hab ich nur getan, dass dieser Mann mich nicht mag? Und dann eines Tages dreht er sich plötzlich um und umarmt mich! Das war ein Wow-Effekt!“

Was der 21jährigen am FSJplus besonders gut gefällt: Praxis- und Unterrichtsphasen wechseln sich blockweise ab. „Das ist für Leute, denen es schon immer schwer fiel, in der Schule stillzusitzen, super!“, erklärt sie. „Acht Wochen Schule hält man durch, wenn man weiß, danach kann ich mich wieder auf der Arbeit auspowern.“ Deshalb bleiben die meisten sogar freiwillig zum Ergänzungsunterricht (Nachhilfe), wenn es in einem Fach nicht so gut klappt. „Die Ausbilder kümmern sich auch mehr als in einer normalen Schule um uns, wenn wir mal nicht so motiviert sind oder ein Problem haben“, freut sich Silvia.

Der Job ist nicht immer leicht

Ihre Freunde haben großen Respekt vor dem, was sie macht, denn der Job ist nicht immer leicht. „Manchmal sind die Bewohner richtig bockig. Dann wollen sie zum Beispiel partout nicht vor die Tür, obwohl sie die frische Luft brauchen. Ich muss sie dann geduldig überreden: Ach komm, jetzt laufen wir ein kleines Stückchen und später machen wir das, was dir gefällt.“ Silvia ist stolz auf die vielen kleinen Tricks, die sie inzwischen kennt!

Die Diakonie Württemberg beobachtet genau, ob das FJSplus den jungen Teilnehmern hilft. Und tatsächlich: Ein Jahr danach sind fast alle entweder in einer Ausbildung oder haben einen Arbeitsplatz gefunden! 75 Prozent von denen, die sich für eine Ausbildung entscheiden, sind in der Pflege oder Erziehung gelandet. Für Sylvia kommt nur ein Beruf infrage: die Heilerziehungspflegerin!

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