Entwicklungspolitischer Freiwilligendienst


Lisa (23)

„Ich versuche, das Beste herauszuholen!“

 

Lisa macht ihren entwicklungspolitischen Freiwilligendienst bei Brot für die Welt.

Entwicklungspolitischer Freiwilligendienst

Kojo strahlt, seine Augen funkeln stolz. Der neue Rollstuhl ist himmelblau und im Vergleich zu seinem alten ziemlich modern. Ergotherapeutin Lisa ist zwar noch nicht ganz zufrieden damit, aber sie weiß, dass sie mit den Möglichkeiten, die es hier gibt, auskommen muss. Die 23-Jährige macht in einem Rehabilitationszentrum der Heilsarmee in Ghana, Afrika, einen Entwicklungspolitischen Freiwilligendienst von Brot für die Welt. „Vielleicht kommen mir noch ein paar Ideen, was man an dem Rollstuhl verbessern könnte“, überlegt sie.

Lisa (23): Ich habe in Ghana Dinge fürs Leben gelernt, die mir keiner mehr nehmen kann.

Gemeinsam mit ihren ghanaischen Kollegen lebt Lisa auf dem Gelände des Rhea-Zentrums. Sie hat gelernt, wie man ghanaisch kocht, weiß viel über ghanaische Musik und spricht sogar einige Worte Twi – die meistgesprochene Sprache in Ghana. Das Leben hier ist ein Abenteuer: Lisa duscht mit einem Eimer und wäscht ihre Kleidung per Hand. „Man versucht einfach, das Beste herauszuholen", sagt sie.

Im Arbeitsalltag kümmert sich Lisa um Menschen mit Behinderung. Wie bei Kojo sorgt sie dafür, dass die Kinder oder Erwachsenen Orthesen, Schienen oder Rollstühle bekommen. Einige werden stationär behandelt, manche kommen aus den umliegenden Dörfern zur ambulanten Therapie. Und wer sehr schwach ist, wird zu Hause behandelt.

Wer Veränderungen erreichen will, braucht Feingefühl

Viele Erfahrungen aus ihrer Ergotherapieausbildung kann Lisa in Ghana einbringen. Vieles ist aber auch neu. „Manche Krankheiten habe ich zuvor noch nie gesehen“, beschreibt sie. Und Rollstühle bestehen in Ghana auch mal nur aus einem einfachen Plastikstuhl mit Rollen darunter. Anfangs war es für Lisa nicht leicht: „Ich suchte nach Strukturen, Regeln, kontinuierlichen Abläufen. Ich machte mir den Druck, dass ich alles verändern müsse.“ Doch schnell hat sie gemerkt: Mit westlichem Denken ankommen und gleich alles über den Haufen werfen – das funktioniert so nicht! „Bei der Auswahl achten wir besonders auf die sozialen Kompetenzen der Bewerber“, betont Andrea Wolter, Referentin entwicklungspolitisches Freiwilligenprogramm von Brot für die Welt. „Wichtig ist uns die Motivation der jungen Leute und die Bereitschaft, sich auf die Menschen vor Ort einzulassen.“

Natürlich kannst du trotzdem kleine Dinge verändern. In Ghana ist es zum Beispiel nicht üblich, während der Therapie mit den Kindern zu spielen. Mit Feingefühl hat Lisa versucht, das Spiel in die Therapien des Reha-Zentrums aufzunehmen. Dazu hat sie aus einfachem Material Spielsachen gebastelt. Als nach und nach auch ihre Kolleginnen das Spielzeug nutzten, war sie glücklich. „Ich kann hier nicht jedem helfen, und das ist schwer anzunehmen", weiß sie. "Aber vielleicht kann ich dem Einen helfen, für den sich dadurch etwas ändert.“

Auf einen Blick

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