Entwicklungshelfer/-in


Lilian (32) 

„Mein Leben in Addis Ababa.“

Lilian arbeitet für ein Projekt von Brot für die Welt.

Entwicklungshelfer/in

Lilian (32) hat sich schon früh für fremde Kulturen und Länder interessiert. Mit 18 ging sie für ein Workcamp nach Ghana, nach dem Abi war sie ein Jahr als Freiwillige in Sambia. Danach stand für sie fest: Ein sozialer Beruf und ein Einsatz in der Entwicklungszusammenarbeit sollten es sein! Den Traum hat Lilian inzwischen verwirklicht: In Äthiopien arbeitet sie jetzt in einem "Brot für die Welt"-Projekt mit blinden Menschen.

Lillian (32) hat schon in Ghana, Sambia und Äthiopien gearbeitet

Bis Lilian tatsächlich dort anfangen konnte, war sie schon 28 geworden. Denn ohne weit vorauszuplanen geht es nicht. „Ausbildungsberufe ohne Meisterabschluss oder Zusatzqualifikation werden von unseren Partnerorganisationen im Süden so gut wie gar nicht mehr angefragt“, erklärt Elke Bosch, die die Abteilung Internationale Personaldienste bei Brot für die Welt leitet. Die Anforderungen und Aufgaben in den Ländern des Südens haben sich in den vergangenen Jahren stark verändert und werden immer komplexer. „Wir brauchen heute Fachkräfte mit Erfahrung, die die Menschen vor Ort weiterbilden oder beraten. Im medizinischen Bereich werden vor allem Fachärzte angefragt“, so Bosch. Bei anderen Organisationen kann das allerdings auch anders aussehen, bei Ärzte ohne Grenzen werden zum Beispiel Krankenpfleger, Kinderkrankenpfleger und Hebammen eingestellt.

Bei Brot für die Welt ist der Einstieg über ein soziales Studium üblich. Lilian studierte Sonderpädagogik auf Lehramt und Diplompädagogik. Nur wenige Monate hat sie als Schulsozialarbeiterin in Deutschland gearbeitet, ehe sie nach Äthiopien ausreiste, obwohl eigentlich mindestens zwei Jahre Berufserfahrung Pflicht sind. Doch Lilian hat einen der wenigen Plätze für Nachwuchskräfte ergattert!

 „Am Anfang hat es gefühlt sehr lange gedauert, bis ich richtig im Projekt drin war und loslegen konnte“, beschreibt die junge Frau. „In Deutschland hätte ich in vielen Situationen schneller gesagt, es geht  nicht mehr. Doch als Entwicklungshelferin in Äthiopien habe ich Verantwortung für das Projekt und die Menschen übernommen. Abbrechen ist da nicht so einfach – dadurch wird man stärker.“

Schreibkram muss auch mal sein

Die Arbeit ist auch nicht immer so nah am Menschen, wie man sich das vorstellt. „Es ist auch viel Management und Schreibarbeit dabei“, erklärt sie. Das hatte sie sich anders vorgestellt. Was Lilian an ihrer Arbeit dagegen sehr gefällt: „Über einen längeren Zeitraum bekommt man mit, wie sich das Leben der Klienten vor Ort verändert.“ Einige der blinden Menschen, die sie  mit ausgebildet hat, arbeiten nun selbst als Lehrer für andere Blinde, einige haben eine Familie gegründet, für die sie durch ihre Arbeit sorgen können. „Das ist sehr schön zu sehen!“

Lilian weiß noch nicht genau, wie es für sie nach ihrer Zeit in Äthiopien weitergehen soll. Sie kann sich vorstellen, in Deutschland mit Migranten zu arbeiten. „Der Einsatz in der Entwicklungszusammenarbeit ist auf jeden Fall befristet“, erklärt Elke Bosch. „Wir wünschen uns, dass die Erfahrungen, die man im Ausland gewonnen hat, auch in die Gesellschaft zu Hause einfließen.“ Auch eine Fortbildung in Körper- und Traumatherapie kommt für Lilian infrage: „Perspektivisch sehe ich mich aber doch wieder in einem Projekt!“

Auf einen Blick

  • Voraussetzung je nach Entsendeorganisation: eine Sozial- oder Pflegeausbildung oder ein Sozial- oder Pflegestudium, 2 Jahre Berufserfahrung und Erfahrung im Ausland z.B. durch einen Freiwilligendienst
  • Soft Skills: Offenheit, Geduld, Sensibilität für andere Kulturen, Frustrationstoleranz, Durchhaltevermögen
  • üblicherweise dauern Einsätze im Ausland drei Jahre, du kannst einmal verlängern

Das gibt’s bei Brot für die Welt

monatliches Unterhaltsgeld:

1.000 bis 1.800 Euro

 

mietfreies Wohnen, Familienzuschläge, Sozialversicherung und Haftpflicht-Unfallversicherung werden übernommen


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